• 19. April 2023

Ausstellungssaison in Schwalenberg beginnt mit Einflüssen aus Afrika und Amerika

Ausstellungssaison in Schwalenberg beginnt mit Einflüssen aus Afrika und Amerika
Bürgermeister Jörg Bierwirth, Kunstreferentin Dr. Mayarí Granados und Landesverbandsvor-steher Jörg Düning-Gast vor dem Werk zu Martin Luther King von Rhodrick Tayali.

Die Künstler Heiner Meyer und Rhodrick Tayali sind zur Vernissage anwesend

Einflüsse aus Afrika und Amerika des 20. Jahrhunderts auf die zeitgenössische Kunst heute – so könnte die Saisoneröffnung in Schwalenberg am 23. April 2023 kurz zusammengefasst werden.

Dahinter verbergen sich hochkarätige Highlights aus der Kunst, die bis heute ihren Einfluss behalten haben. Im Fall des Bielefelder Künstlers Heiner Meyer, der im Robert Koepke Haus ausstellt, ist es die amerikanische Pop Art, die seinen Stil prägt. Zu seinem 70. Geburtstag im Jahr 2023 werden seine Arbeiten daher in einen Dialog gesetzt mit Meistern der Pop Art wie Andy Warhol, Roy Lichtenstein, Allen Jones, Ford Beckmann und anderen. Heiner Meyer ist anwesend und stellt seine Arbeiten in einem Künstlergespräch vor. (17 Uhr im Robert Kopeke Haus)

In der Städtischen Galerie werden unter dem Titel „The Spirit of Africa“ Werke des berühmten sambischen Künstlers Henry Tayali (1943-1987, studierte von 1972-1975 an der Kunstakademie in Düsseldorf) und seines Sohnes Rhodrick Tayali (*1972 in Lusaka, Sambia, lebt bei Köln) in einer ge-meinsamen Ausstellung gezeigt. Die Eröffnung ist am Sonntag, den 23.4. um 16 Uhr, der Künstler Rhodrick Tayali ist anwesend. Zu beiden Eröffnungen ist der Eintritt frei.

Henry Tayali war Maler, Grafiker sowie Bildhauer und gilt als einer der einflussreichsten Künstler Sambias des 20. Jahrhunderts, dessen Einfluss auf die zeitgenössische Kunst in Sambia bis heute anhält. Sein künstlerisches Erbe wird fortgeführt im Henry Tayali Art Center in Lusaka, Sambia, einem Zentrum mit Ateliers und Ausstellungsräumen für junge Künstlerinnen und Künstler.

Henry Tayali thematisierte das Leben und Leid der Menschen im südlichen Afrika in abstraktexpressionistischen Gemälden sowie beeindruckenden Holz- und Linolschnitten. Henry Tayalis Werk reflektiert die sozialen Ungerechtigkeiten, die das Leben der Menschen in Sambia bestimm-ten. Sein Werk ist politisch zu verstehen – er klagte an, und zeigte der Welt die katastrophal ungerechte Lebenssituation im südlichen Afrika, in einer kolonial geprägten rassistischen Gesellschaft der Apartheid, in der die afrikanische Mehrheit unterdrückt wurde und die harte, produktive Arbeit leisten musste, ohne am Wohlstand beteiligt zu werden. Dabei war Henry Tayali das kulturelle afrikanische Erbe der unterschiedlichsten Volksstämme sehr wichtig, das bei allem Wunsch nach Veränderung und Verbesserung der Gesellschaft nicht in Vergessenheit geraten sollte.

Rhodrick Tayali hingegen vereint in seinen überwiegend abstrakten Gemälden die typischen, intensiven afrikanischen Farben, die er in seiner Kindheit erlebt hat, mit einer europäisch geprägten Sichtweise – und schlägt so einen spannenden Bogen zwischen den beiden Kontinenten und Kulturen. Er thematisiert dabei vor allem die Notwendigkeit, Brücken zu schlagen zwischen den Kulturen, um zu einer gerechteren Gesellschaft zu kommen. Darüber hinaus zeigt er eine – zum Teil neu für die Ausstellung gemalte – Porträtserie von historischen und aktuellen Personen des öffentlichen Lebens, die sich für die Rechte der Schwarzen sowie für die Werte der Demokratie einsetzten.

Das zweite Highlight ist die Ausstellung “ It´s beautiful“ Heiner Meyer im Dialog mit Meistern der Pop Art im Robert Koepke Haus, ebenfalls vom 23. April– 18. Juni 2023.

Ausstellung
Landesverbandsvorsteher Jörg Düning-Gast, Kunstreferentin Dr. Mayarí Granados und Bürgermeister Jörg Bierwirth in der Ausstellung im Robert Koepke Haus vor den Werken von Heiner Meyer, „Soda Pop“ und „Masterpieces in Oil“.

Zum 70. Geburtstag des Bielefelder Künstlers Heiner Meyer setzt diese Ausstellung seine Werke in einen Dialog mit Meistern der Pop Art wie Roy Lichtenstein, Ford Beckmann, Andy Warhol, Alex Katz, Allen Jones u.a. Die Ausstellung eröffnet am 23. April um 17 Uhr mit einem Gespräch zwischen dem Künstler Heiner Meyer, dem Sammler Prof. Detlef Mache (Stiftung Bildung & Kultur, Witten) sowie der Kunsthistorikerin Dr. Mayarí Granados, musikalisch umrahmt von Beate Ramisch und Mike Pigorsch.

Seit den 1950er Jahren begannen Künstler wie Andy Warhol den Massenkonsum unter die Lupe zu nehmen, und Roy Lichtenstein erhob Comic-Figuren in seine Kunstwerke. Pop Art etablierte sich zu einer der beliebtesten Kunstrichtungen des 20. Jahrhunderts mit ihrer Sichtbarmachung und Kritik an der Konsumgesellschaft. Auch im Jahr 2023 ist die Pop Art noch aktuell. Der Bielefelder Künstler Heiner Meyer ist seit Jahren der Pop Art treu – er bezeichnet sich selbst gerne als Pop Art Künstler 2.0. Seine Werke sind auf den ersten Blick ganz in der Tradition der berühmten Pop Art Künstler gehalten – und zitieren viele davon – jedoch fügt Heiner Meyer ihnen allen eine weitere, narrative, oft ironische Bedeutungsebene hinzu.

Die Ausstellung wird realisiert in Kooperation mit der Stiftung Bildung & Kultur, Witten.

Symposium zur Ausstellung „Spirit of Africa” am 14. Mai

Das Thema Rassismus und der Kampf dagegen beschäftigt auch heute noch die Gesellschaften der ganzen Welt. Zur Vertiefung des Ausstellungsthemas findet am 14. Mai 2023 von 14.00-17.30 Uhr ein Symposium zur Ausstellung im historischen Rathaussaal Schwalenberg statt.

Der Eintritt ist frei, Anmeldung erforderlich bis zum 10. Mai 2023 unter m.granados@landesverband-lippe.de oder Tel: 05261-250258 (Mo-Fr. 8-13 Uhr). www.kulturagentur-online.de

Das Symposium beginnt mit einem Impulsvortrag von Dr. Keith Hamaimbo (kath. Theologe aus Sambia, Anti-Diskriminierungsberater) zum Thema: Ubuntu – was kann Europa von Afrika lernen?

Ubuntu bezeichnet eine Lebensphilosophie, die vor allem im südlichen Afrika gelebt wird. Mit Ubuntu wird eine Grundhaltung bezeichnet, die das Wohl der Gemeinschaft über die Interessen des Einzelnen stellt. Das Konzept des Ubuntu kann als eine Form nachhaltigen Denkens bezeichnet werden, welches auch heutzutage einen großen Beitrag für einen gerechteren Umgang mit der Ökologie, Ökonomie und im gesellschaftlichen Miteinander leisten kann. Spannend ist nun die Frage, wie die Kunst von afrikanischen Künstler*innen vom Konzept des Ubuntu beeinflusst wird.

Daran anschließend gibt es eine Podiumsdiskussion zum Thema Toleranz und Respekt vs. Apartheid und Alltagsrassismus mit Rhodrick Tayali, Dr. Keith Hamaimbo, Heidrun Fritzen (Stv. Vorsitzende der Gossner Mission, bis 2021 in Sambia tätig), Moderation: Dr. Mayarí Granados.

Nach einer Kaffeepause gibt es Rundgänge durch die Ausstellung mit dem Künstler Rhodrick Tayali sowie Vorführungen des Films „Ich gehe immer leise. Ein Film über Alltagsrassismus“ von Dr. Keith Hamaimbo (Welthaus Bielefeld)

Weiterführende Informationen: Laufzeit beider Ausstellungen: 23. April 2023 – 18. Juni 2023

The spirit of Africa -Werke von Henry Tayali und Rhodrick Tayali
Städtische Galerie Schwalenberg, Marktstr. 5, 32816 Schieder-Schwalenberg, Tel: 05284-94373790

It´s beautiful – Heiner Meyer im Dialog mit Meistern der Pop Art
Robert Koepke Haus, Polhof 1, 32816 Schieder-Schwalenberg, Tel: 05284-942167

Öffnungszeiten Städtische Galerie und Robert Kopeke Haus: Di. bis So. 14.00 –17.30 Uhr.
Am 1. Mai 2023 und an Pfingstmontag geöffnet.
Eintrittspreise: Erwachsene: € 2,50, erm.: € 2,00; Kinder bis 12 Jahre frei
Kombiticket Städtische Galerie und Robert Koepke Haus:
Erwachsene: € 4,00, erm.: € 3,00; Kinder bis 12 Jahre frei
Am Internationalen Museumstag, den 21. Mai 2023 ist der Eintritt frei.

Fotos: Z. Einsiedel, Landesverband Lippe

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