• 25. September 2023

Apotheken: “Wir schließen nicht, weil wir zu viel verdienen”

Apotheken: “Wir schließen nicht, weil wir zu viel verdienen”

Am kommenden Mittwoch, 27.09.2023, kommt es ab 13 Uhr zu stundenweisen Schließungen der Apotheken vor Ort. Damit protestieren Inhaber und Beschäftigte gegen die zunehmenden Probleme in der Arzneimittelversorgung und die nicht mehr auskömmliche Honorierung.

Paderborn/Münster. Die Zahl der Apotheken vor Ort befindet sich seit Jahren im Sinkflug – und in den vergangenen Monaten ist dieser immer steiler geworden. Wie aber will die Regierung den Absturz stoppen und damit die flächendeckende Versorgung der Menschen sichern? „Diese Frage stellen wir bereits seit vielen Monaten und hätten gern endlich eine Antwort der Bundesregierung“, sagt Katja Kesselmeier, Vorsitzende der Bezirksgruppe Paderborn im Apothekerverband Westfalen-Lippe (AVWL). Am kommenden Mittwoch, 27.09.2023, habe der Bundesgesundheitsminister die Gelegenheit sie zu geben.

Dann ist Professor Karl Lauterbach per Video auf dem Deutschen Apothekertag in Düsseldorf zugeschaltet. „Weil die Aussagen des Ministers für uns, unsere Teams und die Versorgung unserer Patienten von hoher Bedeutung sind, bitten wir um Verständnis, dass viele Apotheken in diesem Zeitraum von etwa 13 bis 16 Uhr geschlossen bleiben. Denn wir wollen die online übertragene Botschaft des Ministers live mitverfolgen“, so Katja Kesselmeier.

Ein Drittel der Apotheken gefährdet

Vor allem interessiert die Apothekerinnen und Apotheker die Antwort auf die Frage, ob der Minister endlich das Honorar der Apotheken erhöhen wird. Denn dieses ist seit mehr als zehn Jahren nicht mehr angepasst und zu Beginn dieses Jahres sogar noch gekürzt worden – bei massiv steigenden Kosten und hoher Inflation. „Die Kolleginnen und Kollegen, die in den vergangenen Monaten ihre Apotheken für immer schließen mussten, haben das nicht getan, weil sie zu viel verdient haben“, sagt Katja Kesselmeier. Tatsächlich sei die Apothekenvergütung pro abgegebener verschreibungspflichtiger Arzneimittelpackung nicht mehr auskömmlich. Zehn Prozent der Apotheken seien defizitär und ein Drittel gefährdet.

Daneben erwarten die Apothekenteams vom Minister auch wirksame Lösungen für die nach wie vor bestehenden Lieferengpässe. „Während die Zahl der Apotheken schwindet, bleibt dieses Problem groß.“ Noch immer gebe es Schwierigkeiten bei Antibiotikapräparaten, Fiebersäften, Diabetes-Mitteln, Blutdruck- und Cholesterinsenkern und vielen weiteren Arzneimitteln. Die Apotheken kritisieren ferner die überbordende Bürokratie und immer wieder ungerechtfertigte Regressforderungen der Krankenkassen.

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